Think Like a Monk - Jay Shetty

Was kann man von einem Mönch über das Leben lernen, wenn man selbst gar nicht vorhat, ins Kloster zu gehen? Eine ganze Menge, glaubt Jay Shetty. Und nach der Lektüre seines Buches kann ich gut nachvollziehen, warum.

Shetty hat nach seinem Studium drei Jahre als Mönch in Indien gelebt, bevor er sich entschloss, seine Erfahrungen einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. In „Think Like a Monk“ verbindet er alte spirituelle Weisheiten mit ganz alltäglichen Fragen, die uns auch außerhalb eines Klosters beschäftigen.

Besonders interessant fand ich seine Gedanken über das Loslassen. Wir klammern uns an Besitz, Vorstellungen, Beziehungen und Erwartungen, als könnten wir damit Sicherheit schaffen. Dabei machen wir uns durch dieses Festhalten häufig erst recht abhängig. Shetty erinnert daran, dass vieles in unserem Leben nur vorübergehend ist und wir gerade deshalb lernen sollten, es wertzuschätzen, ohne es unbedingt kontrollieren zu wollen.

Auch seine Überlegungen zum Umgang mit Ärger und negativen Gefühlen haben mir gefallen. Wir können nicht immer beeinflussen, wie andere Menschen uns behandeln. Aber wir können lernen, bewusster darauf zu reagieren, statt uns von jeder Kränkung aus der Ruhe bringen zu lassen.

Das Buch ist keine tiefschürfende philosophische Abhandlung. Shetty erzählt anschaulich, arbeitet mit Geschichten und übersetzt die Gedanken aus seiner Zeit als Mönch in praktische Anregungen für den Alltag.

Mir gefällt dieser unkomplizierte Zugang. Man muss weder religiös noch besonders spirituell sein, um daraus etwas mitzunehmen.

„Think Like a Monk“ ist eine angenehme Erinnerung daran, dass ein erfülltes Leben vielleicht weniger damit zu tun hat, immer mehr zu erreichen, als damit, bewusster mit dem umzugehen, was bereits da ist.

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