Die Gaben der Unvollkommenheit- Brené Brown

Wir leben in einer Gesellschaft, in der möglichst alles perfekt sein soll. Die Karriere, die Beziehung, der Körper und am besten auch noch die eigene Persönlichkeit. Dass uns dieser ständige Anspruch auf Dauer ziemlich unglücklich machen kann, liegt eigentlich auf der Hand. Trotzdem fällt es uns erstaunlich schwer, uns davon zu verabschieden.

Brené Brown beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Scham, Verletzlichkeit und dem menschlichen Bedürfnis nach Zugehörigkeit. In diesem Buch stellt sie eine ebenso einfache wie unbequeme Frage: Was wäre, wenn wir aufhören würden, ständig beweisen zu wollen, dass wir gut genug sind?

Besonders interessant fand ich ihre Überlegungen zum Perfektionismus. Dahinter steckt häufig nicht der Wunsch, besonders gute Arbeit zu leisten, sondern die Angst, Fehler zu machen, kritisiert oder abgelehnt zu werden. Perfektionismus ist dann weniger eine Stärke als vielmehr eine ziemlich anstrengende Schutzstrategie.

Noch spannender ist Browns Gedanke, dass Verletzlichkeit keine Schwäche sein muss. Wer Unsicherheit zulässt, Fehler eingesteht und sich anderen Menschen gegenüber öffnet, zeigt nicht mangelnde Stärke, sondern Mut.

Was mir an diesem Buch besonders gefällt, ist Browns persönliche Art zu schreiben. Sie versteckt sich nicht hinter ihren wissenschaftlichen Erkenntnissen, sondern erzählt offen von ihren eigenen Selbstzweifeln und Schwierigkeiten. Das macht ihre Gedanken glaubwürdig und die Lektüre angenehm nahbar.

„Die Gaben der Unvollkommenheit“ ist für mich ein kluges, wohltuendes Buch über Selbstakzeptanz und den Mut, nicht ständig irgendwelchen Erwartungen entsprechen zu müssen.

Vielleicht wäre unser Leben tatsächlich ein ganzes Stück leichter, wenn wir weniger Energie darauf verwenden würden, perfekt zu erscheinen.

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Das Glück ist mit den Realisten - Oliver Burkeman (Autor