Die Not-To-Do-Liste: 52 Wege, die größten Lebensfehler zu vermeiden - Rolf Dobelli

Die meisten Ratgeber erklären uns, was wir alles tun sollten, um glücklicher, erfolgreicher oder zufriedener zu werden. Rolf Dobelli dreht den Spieß um. Seine Idee: Vielleicht kommen wir im Leben viel weiter, wenn wir einfach damit aufhören, die falschen Dinge zu tun.

Ein Gedanke, der mir ausgesprochen gut gefällt.

In 52 kurzen Kapiteln beschreibt Dobelli, wie wir unser Leben möglichst zuverlässig gegen die Wand fahren. Seine Empfehlungen lauten beispielsweise: „Setzen Sie sich idiotische Ziele“, „Umgeben Sie sich mit Miesepetern“ oder „Flippen Sie aus im Straßenverkehr“.

Das ist natürlich ironisch gemeint. Und durchaus unterhaltsam.

Dobelli schreibt gewohnt leichtfüßig, mit einem trockenen Humor und einem guten Gespür für die kleinen Absurditäten unseres Alltags. Besonders seine Gedanken über überzogene Erwartungen und den fragwürdigen Nutzen sozialer Medien haben mir gefallen.

Allerdings hatte ich beim Lesen immer wieder das Gefühl, dass mir vieles davon ziemlich bekannt vorkommt. Die meisten seiner Ratschläge sind vernünftig, aber selten wirklich überraschend. Oft bleibt es bei einer charmanten Erinnerung an Dinge, die wir eigentlich längst wissen.

Und dann wäre da noch Charlie Munger. So sehr ich dessen kluge Gedanken schätze: Er taucht in diesem Buch gefühlt in jedem zweiten Kapitel auf. Ein bisschen weniger Munger hätte es für meinen Geschmack auch getan.

„Die Not-To-Do-Liste“ ist ein angenehm zu lesendes Buch, das immer wieder zum Schmunzeln und gelegentlich auch zum Nachdenken anregt. Wer allerdings auf überraschende Einsichten oder wirklich neue Perspektiven hofft, dürfte etwas enttäuscht sein.

Für mich eine nette Lektüre für zwischendurch. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

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