David Goggins ist ein Phänomen. Was dieser Mann an körperlicher und mentaler Belastung aushält, ist kaum zu glauben. Seine Lebensgeschichte liest sich wie eine einzige Aneinanderreihung von Herausforderungen, an denen andere Menschen längst zerbrochen wären.
Goggins wächst in schwierigen Verhältnissen auf, erlebt Gewalt und Missbrauch, kämpft mit Übergewicht und Selbstzweifeln. Doch irgendwann beschließt er, sein Leben radikal zu verändern. Er wird Navy SEAL, absolviert härteste militärische Ausbildungen und entwickelt sich zu einem der bekanntesten Extremsportler der Welt.
Was mich an diesem Buch beeindruckt, ist die Konsequenz, mit der Goggins seine eigenen Grenzen immer wieder infrage stellt. Er akzeptiert kaum eine Ausrede, lässt sich von Rückschlägen nicht aufhalten und zeigt eindrucksvoll, wie viel mehr in uns stecken kann, als wir selbst glauben.
Allerdings hat seine Geschichte für mich auch eine ziemlich unangenehme Seite.
Goggins betrachtet das Leben offenbar als permanenten Kampf. Die Welt ist gegen dich, andere Menschen wollen dich kleinhalten, und wer etwas erreichen will, muss sich mit aller Gewalt durchsetzen. Diese Haltung zieht sich durch das gesamte Buch und hat mich zunehmend genervt.
Ich glaube durchaus an Disziplin, Durchhaltevermögen und die Bereitschaft, eigene Grenzen zu überwinden. Aber muss deshalb gleich das ganze Leben zum Schlachtfeld werden? Muss hinter jeder Herausforderung ein Gegner stehen, den es zu besiegen gilt?
Für mich jedenfalls nicht.
„Can’t Hurt Me“ ist eine außergewöhnliche Lebensgeschichte und ein eindrucksvolles Zeugnis menschlicher Willenskraft. Ich habe großen Respekt vor Goggins und seinen Leistungen. Seine Lebensphilosophie möchte ich trotzdem nicht übernehmen.
Ein Buch, das mich gleichermaßen beeindruckt und abgestoßen hat.